Triglav (2864 m) - der König von Slowenien

Triglav
Tour:
Besteigung des Triglav (2864 m), der höchste Berg von Slowenien
Region / Gebiet:
Julische Alpen (Triglav National Park) / Slowenien
Termin:
03.08.2008
Ausgangshöhe:
ca. 1010 m ab Aljazev dom
Erreichte Höhe:
2864 m (9395 ft), Triglav
Höhenmeter:
ca. 1900 m
GPS-Koordinaten:
Breite: 46,37819° N
Länge: 13,83679° O
Aufstiegsroute:
Berghütte Aljazev dom - Tominskov pot (Klettersteig) - Berghütte Triglavski dom - Triglav Gipfel
Abstiegsroute:
Triglav Gipfel - Bambergov pot (KLettersteig) - Luknja Sattel - Berghütte Aljazev dom
Gesamtstrecke:
ca. 20 Km
Dauer:
10 Stunden (6 h Aufstieg, 4 h Abstieg inkl. Pausen)

Aljazev dom Nach einem staubedingten Anfahrtsmarathon über die Tauernautobahn bereiten mein Bergkamerad Heiko und ich uns am Nachmittag des 02. August auf der Terrasse der Berghütte Aljazev dom auf unsere Triglav-Besteigung vor. Aufgrund telefonischer Nachfrage bot sich keine Übernachtungsmöglichkeit in den Hütten am Berg. So beschlossen wir die Tour in einem Zug von der Talhütte aus durchzuführen. Am Abend bereitete uns die Küche noch ein Frühstückssandwich und eine Thermoskanne Tee für den nächsten Morgen.

Im Schein der Stirnlampen sitzen wir am nächsten Morgen um 5:00 Uhr auf der Terrasse des Aljazev dom und verzehren ein schnelles Frühstück. Wir gehen nochmal Kredarica dom die 2 Minuten zum Parkplatz und verstauen überzählige Ausrüstung im Auto, dann beginnt unsere Tour (05:30 Uhr).

In wenigen Minuten erreichen wir im Angesicht der imposanten Triglav-Nordwand das Denkmal zum Gedenken an die Partisanen im 2. Weltkrieg. Hier biegen wir links ab und queren das Bachbett der Vrata. Dahinter beginnt direkt der steile Aufstieg des Tominskov pot. In schmalen Serpentinen geht es durch Buchenwald bis zur Baumgrenze. Hier wendet sich der Pfad unter steilen Felsabbrüchen nach rechts und folgt mit Stahlseilen abgesichert den natürlichen Feldbändern der Bergflanke. Immer wieder werden die Stahlseilsicherungen auch von kleineren, eher leichten Kletterpassagen in Felsrinnen unterbrochen, bis sich das Gelände in einen Talkessel aufweitet.

Triglav

Von rechts kommt die Pfadspur des leichteren Prager-Weges herauf und trifft auf unseren Tominskov-Weg. Über Geröll geht es eine Felsklippe hoch auf der eine Wegmarkierung steht: Nach links zweigt der Weg zur Hütte Stanice dom ab, wir dagegen biegen leicht nach rechts in Richtung Berghütte Kredarica dom ab. Weiter geht es durch das felsige Karstgebiet Kotel, welches beständig ansteigend zum Kredarica-Kamm hinzieht. Noch einmal geht es über schmale Serpentinen, dann weitet sich der Blick auf die in einem Sattel liegende Kredarica- (Triglav-) Hütte, die wir gegen 09:00 Uhr erreichen.

Für etwa 30 Minuten erholen wir uns von den hinter uns liegenden 1500 Höhenmetern, dann nehmen wir die letzte Etappe zum Gipfel in Angriff.

Es gilt einen passenden Augenblick für den Einstieg zu finden. Immer wieder kommen Familien oder groβe Gruppen vom Gipfel runter, die am Morgen an der Hütte gestartet waren. Mit Klettersteigausrüstung steigen wir leicht nach links über schmale Bänder empor, die nahezu durchgängig mit Eisenstiften und Stahlseilen abgesichert sind. Am Beginn des eigentlichen Gipfelgrates treffen wir auf den von der Hütte Planica dom heraufziehenden Anstieg. Der Weg leitet uns jetzt nach Norden beständig über den schmalen aber doch gut gangbaren Gipfelgrat Richtung Gipfel. Noch einmal wird es etwas steiler, dann erreichen wir nach etwa 1 Stunde (10:38 Uhr) den mit einer markanten Stahlröhre (Blitzschutzshelter von 1895) geschmückten Gipfel des Triglav.

Triglav Gipfel

Etwa 25 Minuten bleiben wir auf dem Gipfel, ehe wir angesichts aufziehender Gewitterwolken den Abstieg über den Bamberger-Weg beginnen. Deutlich einsamer ist der Abstieg über diesen Klettersteig, Hütten gibt es hier keine. Am gut markierten und oft mit Stahlseilen versicherten Weg geht es nach Westen die ersten 400 Höhenmeter relativ steil hinunter. Es folgt ein gut markiertes, längeres relativ flaches Wegstück in einem groβen Bogen entgegen dem Uhrzeigersinn im welligen Karstgelände.

Wir erreichen einen schmalen Höhenzug, dessen Gratverlauf vom Pfad gefolgt wird. Zu beiden Seiten fällt der Grat steil in die Tiefe ab. Konzentriert muss dieser Klettersteig begangen werden. Immer wieder geht es entlang eines Drahtseils auf schmalen Trittmöglichkeiten steil mehrere Dutzend Meter in die Tiefe. Kleine Grattürme werden Denkmal teilweise in Gegenanstiegen überklettert. Noch einmal geht es sehr steil über 100 Meter in die Tiefe, dann ist der Luknja-Pass erreicht. Der Bamberger-Steig ist definitiv die schwierigere Route am Triglav.

Nach einer kurzer Rast steigen wir aus dem Luknja-Pass ins Tal hinunter. Über einen steinigen Pfad geht es anfangs in Serpentinen steil hinunter, dann können wir eine Schuttrinne zur schnellen Abfahrt nutzen. Zum Schluss wandern wir gemütlich unter Bäumen entlang eines kleinen Baches Richtung Aljazev dom. Am Denkmal für die Partisanen schlieβt sich unsere Runde. Kurz darauf sind wir nach knapp 10 Stunden wieder am Aljazev dom - dem Ausgangspunkt unserer Tour - angelangt (15:15 Uhr).

Anstrengung:
Lange Tour! Eventuell Hüttenübernachtung einplanen!
Ausrüstung:
  • Trekkingschuhe
  • Klettersteigausrüstung, mit Helm!
  • Kleidung entsprechend Jahreszeit und Witterung
  • (Tages-) Rucksack, ca. 35 - 40 Liter
  • Hüttenschlafsack
  • evtl. Teleskopstöcke
Gefahren:
Alle alpinen Gefahren im Hochgebirge, der Triglav gilt als Gewitter und Blitzschlag gefährdet! Vorsicht in den Klettersteigen, vor allem im Gipfelbereich!
Literatur:
Karte: Julische Alpen 1:50.000,
Freytag & Berndt WK141;
ISBN: 978-3-85084-735-3

Letzte Aktualisierung am 20.11.2014 21:20:41 Uhr