Musala (2925,40 m) - der höchste von Bulgarien

Der höchste Berg Südosteuropas wurde von 1949 - 1961 nach Josef Stalin benannt

Musalagipfel
Tour:
Besteigung des Musala (2940,25 m) vom Talort Borovetz
Region / Gebiet:
Rila-Gebirge / Bulgarien
Termin:
30.05.2009
Ausgangshöhe:
ca. 1270 m, ab Stadtzentrum Borovetz
Erreichte Höhe:
2925,40 m (9596 ft), Musala
Höhenmeter:
ca. 1645 m
GPS-Koordinaten:
Breite: 42,17917° N
Länge: 23,58534° O
Aufstiegsroute:
Borovets - Bistrica Tal - Musala Hütte - Ledenoto Ezero Hütte - Musala Gipfel
Abstiegsroute:
Wie Aufstiegsroute
Gesamtstrecke:
ca. 20 Km
Dauer:
ca. 9 Stunden (Start: 08:45 Uhr - Gipfel 13:10 Uhr - Ende 17:00 Uhr)

Ein Wochenende in Bulgarien zur Besteigung des höchsten Berges von Südosteuropa. Das kleine Abenteuer beginnt kurz nach der Ankunft am Flughafen Sofia. Straßenschilder in kyrillischer Schrift erschweren die Orientierung und zwingen zu mehrmaligem Studium der Straßenkarte.

Trotzdem ist nach etwa 2 Stunden Fahrt am Nachmittag des 29.05.2009 der Wintersportort Borovets und das gebuchte Hotel erreicht. Vier Wochen nach Ende der Wintersaison sind die meisten Hotels und Restaurant geschlossen. Man bereitet sich langsam auf die kommende Sommersaison vor. Ich erkunde den Ort und den Beginn des markierten Weges zum Musala. Die optional mögliche Verkürzung der Route fällt wegen Wartungsarbeiten der Yastrebets-Seilbahn aus.

Wegschild Da eine gleichmäßig schlechte Wettervorhersage für die nächsten Tage vorliegt, entschließe ich mich am nächsten Morgen zumindest einen Besteigungsversuch zu starten:
Talende Südwestlich von Borovets - kurz nach der Unterquerung der Yastrebets-Seilbahntrasse - ist links der Straße der deutlich gekennzeichnete Beginn des Weges zum Musala zu erkennen.

Ich folge dieser Forstraße, die auch als "Musala-Pathway" gekennzeichnet ist, im Winter die Skitourenschneise durch das Tal. Der ursprüngliche Wanderpfad folgt - immer gut ausgezeichnet - dieser Forststraße oder parallel im Wald. Aufgrund des breit ausgebauten "Musala-Pathways" ist der eigentliche Wanderpfad aber mittlerweile stark zugewachsen und teilweise von umgestürzten Bäumen versperrt.

Eissee

Langsam Höhe gewinnend geht es durch den Wald in das Tal hinein, bis nach etwa 2 Stunden die Talstationen der letzten Skilifte erreicht sind. Hier endet der Fahrweg. Weiter geht es über den rot-weiss markierten Pfad, der sich aufgrund der Schneeschmelze zu einem knöcheltiefen Bach entwickelt hat. Nach einem ersten großen Altschneefeld ist die Musala-Hütte erreicht, eine Ansammlung von mehr oder weniger renovierungsbedürftigen Stein- und Holzbauten die derzeit ohne Bewirtschaftung sind. Am Rande des großen Karsees mache ich eine kleine Pause. Das bisher freundliche Wetter trübt sich ein und die höchsten Gipfel hüllen sich in Wolken.

Gipfelstein

Nach kurzer Strecke entlang des Karsees geht es rechts in Serpentinen einen Steilhang empor, die Orientierung erfolgt ab jetzt durch 2 m hohe schwarz-gelbe Eisenprofile (Winterwegmarkierung), da die Schneefelder die Sommermarkierungen verdecken.

Oberhalb des Steilhangs geht es über Altschneefelder weiter Richtung Süden, vorbei am am Eissee "Ledeneto Ezero", welcher jetzt seinem Namen noch alle Ehre macht. Das nachfolgende Schneefeld zur Ledenoto Ezero - Hütte (auch "Everest 84" - Hütte genannt, zur Erinnerung der ersten bulgarischen Mount Everest-Besteigung 1984) liegt bereits in stürmischen Wind, der mich in Böen immer wieder stocken läßt. Ein kurzes, relativ flaches Schneefeld leitet zum Beginn des Nordgrates des Musala über. Der in den Flanken verlaufende Sommerweg ist unter steilen Schneefeldern verborgen, die einzige Möglichkeit ist der direkte Aufstieg entlang der Wintermarkierungen über den blockigen Grat.

Gipfelzeichen

Beim Aufsteigen in die Gipfelwolke treibt der stürmische Wind Graupelkörner waagerecht über den Berg, die Sicht sinkt auf etwa 15 m. Entlang der Markierungsstangen ist die am Gipfel befindliche Hütte schnell erreicht. Hier oben liegen noch etwa 150 cm Altschnee und neue Schneeverwehungen.

Ein paar Fotos vom Gipfelzeichen, Aussicht auf die umliegende Landschaft gibt es bei dem Wetter natürlich nicht. Für etwa 40 Minuten komme ich in der Gipfelhütte unter, wenigstens ein sturmfreier Pausenplatz.

Der Abstieg erfolgt über den gleichen Weg, schon nach 20 Minuten verlasse ich den stürmischen Wolkenbereich und befinde mich wieder in einer fast windstillen Wetterzone.

Krokusse

Schnell lassen sich die überfirnten Altschneefelder absteigen, im Bereich der Musala-Hütte treffe ich wieder auf die ersten Almwiesen, die derzeit blau voll Krokussen schimmern. Selbst auf dem markierten Pfad wachsen diese Frühlingsblumen sehr dicht, ein Zeichen für die seltene Begehung.

Beim Erreichen der Skiliftregion tauche ich in tief im Tal hängende Regenwolken ein. Für den restlichen Weg über den Musala-Pathway bis nach Borovets laufe ich durch Dauerregen. Gegen 17:00 Uhr bin ich im Hotel.

Der nächste Tag bringt wolkenlosen Himmel, doch ich hatte den angestrebten Gipfel bereits bestiegen.

Am 31.05.2009 fuhr ich zurück zum Flughafen Sofia und flog heim.

Anstrengung:
Lange Tour
Ausrüstung:
Hochgebirgsausrüstung, auch im Sommer Handschuhe und Mütze mitnehmen.
Gefahren:
Orientierungsprobleme bei Nebel, teilweise große Lawinengefahr bei Neuschnee im Winter.

Der Gipfel ist für sein stürmisches Wetter gefürchtet.

Tipp:
Die Tour kann eventuell durch Benutzung der Yastrebets-Express-Seilbahn deutlich verkürzt werden (Öffnungszeiten vorher erfragen).
Bergführer:
-
Karte:

Letzte Aktualisierung am 19.11.2014 20:20:03 Uhr