La Malinche (4461 m) - Akklimatisation am fünfthöchsten Berg von Mexiko

La Malinche
Tour:
Akklimatisation am fünfthöchsten Berg von Mexiko
Region / Gebiet:
Provinz Tlaxcala, (Mexiko)
Termin:
28.11.2013
Höhenmeter:
ca. 1360 HM↑↓
Ereichte Höhe:
4461 m (14640 ft), La Malinche
Routenlänge:
- Kilometer
Tourdauer:
8 Stunden
GPS-Koordinaten:
La Malinche (Gipfel):
Breite: 19.2333° N
Länge: 98.0333° W
Anfahrt:
Von Mexico City über die Autobahn Nr. 150 (mautpflichtig) Richtung Puebla. Von dort über Autobahn Nr. 117 Richtung Apizaco. Weiter nach Huamantla. Kurz nach der Ortseinfahrt dem Wegweiser zum Parc National Malintzi folgen. Die schmale Straße steigt in den Waldgürtel des Berges auf. Nach der Einfahrt in den Nationalpark (hier Registrierung von Personen und Fahrzeugkennung) weitere 3 Kilometer der Straße folgen. Am Abzweig zum "Centro Vacacional Malintzi" abbiegen. Nach wenigen hundert Metern wird das Eingangstor der Ferienanlage erreicht.

Nach oben 28.11.2013 - Aufstieg zum La Malinche (4461 m)

Kurz vor dem Start Mit meinem Bergkameraden Heiko war ich gestern von Mexiko City kommend am Freizeitgelände Centro Vacacional Malintzi angekommen. Dieses abgetrennte und bewachte Gelände liegt am Startpunkt der Besteigung des La Malinche über die Normalroute.

Anstiegsweg Nach dem Check-In stellten wir unser Zelt auf dem Campinggelände in der Nähe eines überdachten Grillplatzes auf, welcher uns für 3 Tage als Koch- und Essplatz diente. Am Abend erkundeten wir noch einige Minuten den Beginn der Normalroute, welche kurz vor dem Eingangstor zum Freizeitgelände abzweigt.

Nach einer kurzen und in der Früh auch kühlen Nacht in 3100 Metern Höhe verzehren wir ein Outdoor-Frühstück aus der Tüte und sind wenige Minuten später zum Abmarsch bereit.

Kurz vor dem Start Nach dem Verlassen des Freizeitgeländes biegen wir rechts in einen breiten Waldweg ein, welcher in sanfter Steigung nach Südost führt. Eine asphaltierte Forststrasse, die in Serpentinen einige Hundert Höhenmeter zu einer Richtfunkstation führt, wird mehrfach gequert oder über kurze Strecken gefolgt, wobei die Markierungen der Wegführung eindeutig sind. An einem großen Müllsammelplatz am rechten Strassenrand wird die Forststrasse endgültig verlassen und der eigentliche Anstieg zum Gipfel beginnt.

Ausblick Zuerst führt der Weg in noch leichter Steigung durch einen lichten Nadelwald, der Boden ist noch weiss vom nächtlichen Rauhreif. Trotz gemächlichem Tempo ist die dünne Höhenluft zu merken, wir sind noch nicht akklimatisiert. Trotzdem ein eigenartiges Gefühl: Entsprechend der Vegetation fühlen wir uns auf einer alpinen Höhenlage von etwa 1300 - 1500 Metern. Aufgrund des niedrigen Breitengrades von Mexiko ist diese Vegetation aber fast 2000 Meter höher anzutreffen.

Bei etwa 3700 Metern wird der ausgeprägte Weg richtig steil. Ohne Serpentinen geht es gerade weiter den Berg hoch. Dementsprechend hoch geht unsere Puls- und Atemfrequenz. Wir zwingen uns zu einem ruhigen Tempo und legen direkt nach dem Ende dieses Abschnitts eine Frühstücksrast ein.

Richtung Gipfel Nach etwa 15 Minuten geht es weiter. Der Wald wird immer lichter, die Nadelbäume kleiner. Unvermittelt stehen wir am Waldrand und sehen erstmals den Gipfel des La Malinche vor uns: Über einer mit gelb vertrockneten Gräsern und wenigen Büschen bestandenen schwach ansteigenden Hangfläche steilt sich in der klaren Morgenluft der felsige Vulkangipfel auf. Doch bis zum Gipfel sind es immer noch über 500 Höhenmeter.

Gipfelaufbau Unser Pfad folgt anfangs einigen teilweise tief in die Vulkanasche eingeschnittenen und derzeit trocken liegenden Wasserrinnen, die von teilweise heftigen Niederschlägen zeugen. Als sich der Hang aufsteilt erreichen wir eine aus loser, kleinkörniger Vulkanasche bestehende Schotterrinne. Hier geht es, aufgrund der Höhenlage mittlerweile anstrengend, nach dem Prinzip "Zwei Schritte vor und einen zurück" empor. Nur wenige Graspolster ermöglichen festes Auftreten ohne ein Zurückrutschen. Etwa 1 Stunde benötigen wir um den breiten Gratrücken zu erreichen, der von Norden zum Gipfelaufbau ansteigt. Wir legen eine Pause ein und haben einen ersten Blick für die nun sichtbare Bergwelt von Mexiko:
Neben dem Pico de Orizaba (5636 m) im Osten können wir im Westen den leicht rauchenden Popocatépetl (5410 m) sowie die Izztacihuatl (5230 m) erblicken.

Richtung Gipfel Langsam folgen wir nach einigen Minuten dem Gratrücken Richtung Gipfel und nähern uns einem Felsriegel. In leichter Kletterei (Schwierigkeit: I - II-) wird dieser erklommen, dann führt uns ein Pfad entlang des Gipfelgrates zum Hauptgipfel. Hier wird nochmals unschwierig eine Felsstufe erklommen, dann stehen wir nach gut 5 Stunden Aufstieg am markierten Gipfelpunkt des La Malinche (4461 m).

Die großartige Rundumsicht wird nur von wenigen aufsteigenden Wolken gestört. Es ist immer ein tolles Erlebnis auf einem frei stehenden Vulkan zu stehen. So ganz anders als auf einem Gipfel inmitten einer Gebirgskette.

BAsecamp Etwa eine Stunde sitzen wir hier oben und lassen uns die Gipfelbrotzeit schmecken. Andere Bergwanderer haben wir nicht gesehen, zumindest am Gipfel leistet uns ein zerzauster Mischlingshund Gesellschaft, der hier zwischen den Felsen liegend auf Besucher wartet.

Für den Abstieg nutzen wir wieder die Aufstiegsroute, um zu unserem Zelt zurück kehren zu können.

Die im Anstieg so mühevolle Schuttreise in der Gipfelflanke ermöglicht uns im Abstieg einen zügigen Abstieg. Schnell fahren wir einige hundert Höhenmeter in feinkörniger Vulkanasche ab, ehe wir in etwa 3800 Metern in flaches Gelände kommen und wenig später wieder den Waldgürtel betreten.

Zügig folgen wir den vom Aufstieg bekannten Pfad ins Tal, wobei die steileren Wegstücke auf feuchtem Untergrund etwas rutschig und dementsprechend vorsichtig zu begehen sind. Nur zwei Stunden nach dem Aufbruch vom Gipfel erreichen wir wieder unser Zelt im Centro Vacacional Malintzi. Es war mal wieder eine der seltenen Bergtouren, bei der man keinem anderen Berggänger begegnet ist.

Anstrengung:
Mittelschwere Bergwanderung (Unwegsames Gelände)
Ausrüstung:
  • Berg- oder Trekkingschuhe
  • Teleskopstöcke
  • Funktionsbekleidung mit Regenschutz
  • Kopfbedeckung, Sonnen- oder Gletscherbrille (100% UV-Filter)
  • Fleecejacke (mit Windstopper!)
  • Tages-Rucksack (ca. 35 Liter)
  • Sonnenschutzmittel
  • Karte, Kompaß, GPS-Gerät
Gefahren:
  • Schnelle Wetterwechsel im Gipfelbereich möglich!
  • Höhenkrankheit bei unzureichender Akklimatisation
Tipp:
Unterkunftmöglichkeit im Centro Vacacional Malintzi
Karte:
-

Letzte Aktualisierung am 11.11.2014 20:19:53 Uhr