Schlegeis 131 - Der Weg durch die Mauer

Ein neuer Klettersteig durch die Staumauer des Schlegeisspeichers Schlegeis-Staumauer
Tour:
Neuer Klettersteig durch die Staumauer des Schlegeis-Speichers
Region / Gebiet:
Zillertaler Alpen (Tirol / Österreich)
Termin:
20.08.2016
Ausgangshöhe:
1800 m (Parkplatz oberhalb Staumauer Schlegeisspeicher)
Erreichte Höhe:
1800 m (Ausgangspunkt)
Höhenmeter:
ca. 262 m (davon 131 Höhenmeter Klettersteig)
GPS-Koordinaten:
-
Anfahrt:
Durch das Zillertal nach Mayrhofen und ausgeschildert am Bergsteigerdorf Ginzling vorbei zum Schlegeisspeicher. Das letzte Teilstück über Mautstraße (2016: 12 EURO).
Abstiegsroute:
Vom Parkplatz an der Staumauer in Serpentinen und ausgeschildert etwa 5 - 10 Minuten in den Talgrund absteigen. Der Beginn des Klettersteiges ist am Fuß der Staumauer nicht zu verfehlen.
Aufstiegsroute:
Der Klettersteiglinie durch die Betonwand bis zur Mauerkrone folgen.
Dauer:
ca. 1 Stunde (für Ab- und Aufstieg)

Nach oben 20.08.2016 Schlegeis 131

Mauer Knapp 2 Monate ist der Klettersteig alt, als meine Bergkameradin Monika und ich mit seiner Begehung ein Bergwochenende in den Zillertaler Alpen einläuten wollen. Nach etwa 2-stündiger Anfahrt erreichen wir - noch vor der Masse des Ferien- und Ausflugsverkehrs - die Parkplätze oberhalb der Staumauer des Schlegeisspeichers.

Von hier gilt leichtes Gepäck: Da die Tour nur etwa eine Stunde dauert und man wieder zum Ausgangspunkt zurückkehrt bleibt der Tourenrucksack im Auto; wir legen nur unsere Klettersteigausrüstung an. Direkt an der Mauerkrone beginnt der ausgeschilderte Abstieg zum Fuße der Staumauer, welcher in wenigen Minuten über einige Serpentinen durch lichten Baumbestand erreicht wird.

SenkrechtEin eigentümlicher Anblick: Statt vor einer wilden Felswand oder eines Berggrates stehen wir vor einer konkaven Betonwand. Es gibt keine natürlichen Routenhinweise wie Felsbänder oder Kamine. Einzig die Linie der Eisenkrampen und des Stahlseiles zeigen den weiteren Weg zurück nach oben.

Nach ein paar Augenblicken beginnen wir den Aufstieg. Die ersten Stahlbügel sind relativ weit auseinander, wahrscheinlich als Einstiegshindernis für Kinder. Zu Beginn geht es senkrecht empor. Die Betonwand legt sich anfangs noch etwas nach hinten, je weiter wir empor steigen, desto mehr nähert sich die Wand der senkrechten Rastgitteran. Das Auge findet keinen Halt in der nahezu strukturlosen Fläche. Diese ungewöhliche Perspektive und die absolute Ausgesetztheit sorgen trotz der geringen technischen Schwierigkeit für einen reizvollen Thrill.

Nach dem ersten Anstiegsteil quert der Klettersteig perfekt versichert nach rechts. In sachter Steigung wird eine erste Rastplattform erreicht. Die - insgesamt 2 - Rastplattformen stellen auch die einzigen sinnvollen Möglichkeiten dar, wo schnellere Klettersteiggeher überholen sollten. Von hier haben wir eine interessante Perspektive in den unter uns liegenden "Zamser Grund".

Schlegeis-SpeicherWeiter steigen wir, unterbrochen von kleineren senkrechten Steigpassagen, gleichmäßig ansteigend nach rechts weiter. An der zweiten Rastplattform besteht die Möglichkeit zum direkten senkrecht Ausstieg. Der dann deutlich überhängend werdende Klettersteig verlangt dann mehr Armkraft. Wir steigen weiter nach rechts oben. Die Schwierigkeiten bleiben moderat. Nach etwa 40 Minuten erreichen wir die zweite Ausstiegsmöglichkeit. Kurz und ausgesetzt geht es auf die Aluminiumplattform, welche mit einer Kippfunktion ausgestattet ist, um einen unfreiwilligen Abstieg von der Mauerkrone aus zu vermeiden. Wenige Minuten später sind wir wieder am Parkplatz und wechseln die Klettersteigausrüstung gegen einen Wanderrucksack aus. Zwar können wir noch zum schönen Friesenberghaus (2498 m) aufsteigen. Die für den nächsten Tag geplante Besteigung des Hohen Rifflers (3231 m) muss dann allerdings wegen Schlechtwetter ausfallen.

Keine Berg- oder Klettersteigtour im klassischen Sinn. Aber der technisch unschwierige Durchstieg durch die (Stau)mauer ist ein besonderes Erlebnis.

Schwierigkeit:
A - B (Alternative im Ausstieg C - D)
Anstrengung:
Geringe Anstrengung, perfekte Klettersteigsicherungen
Ausrüstung:
Komplette Klettersteigausrüstung (mit Steinschlaghelm!)
Gefahren:
Trotz der geringen technischen Schwierigkeit ist der Klettersteig sehr ausgesetzt und verlangt absolute Schwindelfreiheit
Tipp:
Wanderungen und Bergtouren rund um den Schlegeis-Stausee
Info:

Letzte Aktualisierung am 06.09.2016 19:21:26 Uhr